Immobilienpreise im 2. Quartal 2026: Häuser und Wohnungen legen weiter zu
Die Preise für Wohneigentum sind in der Schweiz auch im zweiten Quartal 2026 gestiegen: Einfamilienhäuser um 1,5 Prozent, Eigentumswohnungen um 1,0 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Über zwölf Monate gerechnet liegen beide bei rund 4,3 Prozent. Das geht aus dem Immo-Monitoring von Wüest Partner hervor, das am 16. Juli 2026 veröffentlicht wurde. Wir von der Kappis Immobilien GmbH in Oberlunkhofen ordnen ein, was diese Zahlen für Eigentümer im Kelleramt, Freiamt und auf dem Mutschellen bedeuten – und wo sie an ihre Grenzen stossen.
Die Zahlen zum zweiten Quartal 2026 im Überblick
Wüest Partner erhebt vierteljährlich, wie sich die Preise für Wohneigentum entwickeln. Gemessen werden dabei Transaktionspreise, also Preise tatsächlich abgeschlossener Kaufverträge – nicht die Preise, zu denen Objekte ausgeschrieben werden.
| Vorquartal | Vorjahr | |
|---|---|---|
| Einfamilienhäuser | +1,5 % | +4,3 % |
| Eigentumswohnungen | +1,0 % | +4,3 % |
Bemerkenswert ist zweierlei. Erstens: Auf Jahressicht haben Häuser und Wohnungen praktisch gleich stark zugelegt. In den Jahren zuvor liefen die beiden Segmente häufig auseinander. Zweitens: Der Anstieg fiel stärker aus, als Wüest Partner selbst erwartet hatte.
Warum zwei Institute unterschiedliche Zahlen melden
Wer sich in den Wochen nach einem Quartalsende durch die Medienberichte liest, stösst auf verschiedene Werte. Das sorgt regelmässig für Verwirrung. Neben Wüest Partner veröffentlicht auch die IAZI AG einen anerkannten Preisindex – und der zeigt für dasselbe Quartal andere Zahlen:
| Veränderung gegenüber Vorquartal | Wüest Partner | IAZI |
|---|---|---|
| Einfamilienhäuser | +1,5 % | +0,5 % |
| Eigentumswohnungen | +1,0 % | +1,3 % |
Beide Institute arbeiten seriös. Die Unterschiede entstehen durch unterschiedliche Methoden: Welche Objekte fliessen in die Berechnung ein, wie werden Qualitätsunterschiede zwischen den Objekten herausgerechnet, welche Regionen erhalten welches Gewicht? Solche Entscheidungen führen zu abweichenden Ergebnissen, obwohl beide dasselbe zu messen versuchen.
Für Sie als Eigentümer ist deshalb weniger die einzelne Kommastelle wichtig als die Richtung – und die ist bei beiden Instituten dieselbe: Wohneigentum ist im zweiten Quartal 2026 teurer geworden, und Eigentumswohnungen entwickeln sich derzeit mindestens so gut wie Einfamilienhäuser.
Warum die Preise weiter steigen
Das Angebot bleibt knapp
Der wichtigste Grund ist unverändert: Es kommen zu wenige Objekte auf den Markt. Zwar werden inzwischen wieder mehr Neubauten bewilligt, doch das Angebot an Eigentumswohnungen bleibt laut Wüest Partner knapp. Gleichzeitig wächst die Bevölkerung weiter. Solange sich an diesem Verhältnis nichts ändert, ist eine spürbare Entspannung unwahrscheinlich.
In unserer Region kommt ein zweiter Punkt dazu: Wer im Kelleramt oder Freiamt ein Haus besitzt, verkauft es selten schnell. Viele Objekte bleiben über Jahrzehnte in Familienbesitz. Das hält das Angebot dauerhaft schmal – und ist ein Grund, weshalb gut gelegene Liegenschaften hier verlässlich Interessenten finden.
Die Zinsen bleiben tief
Die Schweizerische Nationalbank hat den Leitzins an ihrer Lagebeurteilung vom 18. Juni 2026 unverändert bei 0,0 Prozent belassen. Für Käufer bedeutet das: Die Finanzierung eines Eigenheims ist weiterhin vergleichsweise günstig. Und wer günstig finanzieren kann, kann mehr bieten. Das stützt die Preise direkt.
Mieten steigen weiter
Ein Aspekt, der in der Diskussion oft untergeht: Auch das Mieten wird teurer. Die Angebotsmieten – also die Mieten für neu ausgeschriebene Wohnungen – sind im ersten Halbjahr 2026 um 1,0 Prozent gestiegen, während die Bestandsmieten laufender Mietverhältnisse um 0,4 Prozent zurückgingen. Wer heute umzieht, zahlt also deutlich mehr als jemand, der seit Jahren in derselben Wohnung lebt.
Für den Eigentumsmarkt ist das relevant, weil es die Rechnung «mieten oder kaufen» beeinflusst. Je teurer das Mieten wird und je günstiger die Finanzierung bleibt, desto mehr Haushalte prüfen den Kauf. Diese Nachfrage trifft auf ein knappes Angebot – und landet damit wieder bei den Preisen.
Wie geht es weiter?
Wüest Partner hat fünf Konjunkturszenarien durchgerechnet. In vier davon steigen die Preise für Wohneigentum bis 2028 weiter – auch in einem Szenario mit einer moderaten Rezession, weil Wohnungsknappheit und tiefe Zinsen die Nachfrage stützen würden. Das Institut hält die aktuellen Preise für weitgehend durch wirtschaftliche Grunddaten gedeckt und erwartet keine grössere Korrektur. Die IAZI rechnet für das zweite Halbjahr 2026 ebenfalls mit stabilen Verhältnissen.
Das ist keine Garantie, und niemand kann den Markt zuverlässig vorhersagen. Es heisst aber: Wer aktuell mit einem Verkauf liebäugelt, steht nicht unter Zeitdruck aus Angst vor einem Einbruch. Die Frage nach dem richtigen Zeitpunkt entscheidet sich derzeit eher an Ihrer persönlichen Situation als an der Marktlage.
Was die Zahlen für Ihre Immobilie im Kelleramt und Freiamt bedeuten
Hier ist Ehrlichkeit angebracht: Alle bisher genannten Zahlen sind gesamtschweizerische Durchschnitte. Sie sagen sehr wenig darüber aus, was Ihr Haus in Oberlunkhofen, Jonen, Rottenschwil oder Muri wert ist.
Ein Durchschnitt über die ganze Schweiz verrechnet Genfer Seelagen mit Neubauwohnungen im Jura. Selbst innerhalb einer einzigen Gemeinde liegen zwischen zwei Häusern schnell mehrere hunderttausend Franken Unterschied – wegen Lage, Zustand, Grundstücksgrösse, Ausbaustandard, Aussicht oder Lärmbelastung. Wir sehen in der Praxis regelmässig, dass zwei Liegenschaften an derselben Strasse völlig unterschiedliche Preise erzielen.
Die Marktzahlen sind trotzdem nützlich – als Rahmen. Sie sagen Ihnen, in welche Richtung sich der Markt bewegt und wie hoch die Nachfrage insgesamt ist. Sie ersetzen aber keine Bewertung Ihres konkreten Objekts.
Wenn Sie verkaufen möchten
Die Ausgangslage ist solide: steigende Preise, tiefe Zinsen, knappes Angebot, kaufkräftige Nachfrage. Das heisst nicht, dass jede Immobilie zu jedem Preis verkäuflich ist. Was wir aktuell beobachten: Gepflegte Objekte in guter Lage finden zügig Käufer. Bei Häusern mit erheblichem Sanierungsbedarf verhandeln Käufer heute deutlich härter als noch vor einigen Jahren, weil sie die Kosten für Handwerker und Material einrechnen.
Wer einen Verkauf in den nächsten Jahren plant, sollte zusätzlich die Steuerseite im Blick behalten: Unterhalts- und Renovationskosten lassen sich nur noch bis Ende 2028 vom steuerbaren Einkommen abziehen. Ab 2029 fällt der Eigenmietwert weg – und mit ihm diese Abzüge. Was das konkret bedeutet, haben wir in einem separaten Beitrag zur Abschaffung des Eigenmietwerts zusammengefasst.
Wenn Sie wohnen bleiben
Für Sie sind steigende Preise vor allem eine Zahl auf dem Papier – solange Sie nicht verkaufen. Relevant wird der Wert Ihrer Immobilie aber bei der Erneuerung der Hypothek, bei einer Erbteilung, bei einer Scheidung oder wenn Sie über einen Umbau nachdenken und dafür eine Aufstockung brauchen. In all diesen Fällen lohnt es sich zu wissen, wo Sie stehen, statt mit einer Schätzung von vor zehn Jahren zu rechnen.
Wenn Sie kaufen möchten
Die Kombination aus tiefen Zinsen und knappem Angebot bedeutet Wettbewerb. Wer kaufen will, sollte die Finanzierung vorbereitet haben, bevor das passende Objekt auftaucht – eine schriftliche Finanzierungsbestätigung der Bank verschafft im Gespräch mit Verkäufern einen spürbaren Vorteil. An den Grundregeln ändert sich nichts: In der Regel verlangen die Banken mindestens 20 Prozent Eigenmittel, wovon höchstens die Hälfte aus der Pensionskasse stammen darf. Die Tragbarkeit rechnen sie zudem nicht mit dem heutigen Zins, sondern mit einem kalkulatorischen Satz von meist rund 5 Prozent – damit die Finanzierung auch bei steigenden Zinsen noch aufgeht.
Häufige Fragen zur Preisentwicklung 2026
Wie stark sind die Immobilienpreise 2026 gestiegen?
Im zweiten Quartal 2026 stiegen die Preise für Einfamilienhäuser gegenüber dem Vorquartal um 1,5 Prozent, jene für Eigentumswohnungen um 1,0 Prozent. Auf Jahressicht liegen beide bei rund 4,3 Prozent. Diese Zahlen stammen aus dem Immo-Monitoring von Wüest Partner vom 16. Juli 2026 und gelten schweizweit.
Sind Häuser oder Wohnungen die bessere Investition?
Auf Jahressicht haben beide Segmente 2026 praktisch gleich stark zugelegt. Eigentumswohnungen entwickeln sich derzeit sogar leicht besser, weil das Angebot besonders knapp ist. Welche Form für Sie sinnvoller ist, hängt weniger von der Preisentwicklung ab als von Lage, Unterhaltsaufwand und Ihrer persönlichen Lebenssituation.
Werden die Immobilienpreise wieder sinken?
Wüest Partner hat fünf Konjunkturszenarien untersucht. In vier davon steigen die Preise bis 2028 weiter, weil das knappe Angebot und die tiefen Zinsen die Nachfrage stützen. Eine grössere Korrektur wird derzeit nicht erwartet. Sicher vorhersagen lässt sich der Markt aber nicht.
Warum nennen verschiedene Quellen unterschiedliche Zahlen?
Wüest Partner und IAZI verwenden unterschiedliche Berechnungsmethoden – etwa bei der Auswahl der Objekte und der Gewichtung der Regionen. Deshalb weichen die Werte voneinander ab, obwohl beide seriös erhoben sind. Die Richtung ist bei beiden dieselbe.
Gelten diese Zahlen auch für das Kelleramt und Freiamt?
Nur als grobe Orientierung. Es handelt sich um gesamtschweizerische Durchschnitte. Regional und sogar innerhalb einer Gemeinde können die Unterschiede erheblich sein. Was Ihre Immobilie wert ist, lässt sich nur mit einer Bewertung vor Ort bestimmen, die Lage, Zustand und Ausbaustandard berücksichtigt.
Ist jetzt ein guter Zeitpunkt zum Verkaufen?
Die Marktbedingungen sind derzeit günstig: steigende Preise, tiefe Zinsen und mehr Nachfrage als Angebot. Der richtige Zeitpunkt hängt aber vor allem von Ihrer persönlichen Situation ab – von familiären Plänen, vom Zustand der Immobilie und von steuerlichen Überlegungen.
Unsere Einschätzung
Der Schweizer Markt für Wohneigentum zeigt sich im zweiten Quartal 2026 stabil und robust. Für Eigentümer im Kelleramt und Freiamt ist das eine gute Nachricht – vorausgesetzt, man verwechselt den nationalen Durchschnitt nicht mit dem Wert des eigenen Hauses. Genau dieser Unterschied entscheidet beim Verkauf über mehrere zehntausend Franken, in beide Richtungen: Ein zu hoch angesetzter Preis führt dazu, dass ein Objekt monatelang steht und am Ende unter Wert verkauft wird. Ein zu tief angesetzter verschenkt Geld.
Möchten Sie wissen, wo Ihre Immobilie heute steht? Wir schauen sie uns gerne an – vor Ort, unverbindlich und mit einer ehrlichen Einschätzung, auch wenn sie einmal nicht das ist, was Sie hören möchten. Kostenlose Ersteinschätzung anfordern.
Simon Kappis ist Inhaber der Kappis Immobilien GmbH in Oberlunkhofen und begleitet Eigentümer im Kelleramt, Freiamt und den angrenzenden Regionen beim Verkauf ihrer Immobilie.
Stand: August 2026. Grundlagen: Immo-Monitoring von Wüest Partner (publiziert 16. Juli 2026), IAZI Private Real Estate Price Index zum 2. Quartal 2026, geldpolitische Lagebeurteilung der Schweizerischen Nationalbank vom 18. Juni 2026. Die genannten Werte sind gesamtschweizerische Durchschnitte und lassen keinen Rückschluss auf einzelne Objekte zu. Dieser Beitrag ersetzt keine Finanz- oder Steuerberatung.